Connected Car

Kommunikationsprofis auf vier Rädern

Von Hartmut Schumacher · 2017

Smartphone neben dem Lenkrad eines Autos. Mittlerweile gibt es auch Connected Cars.

Unsere Autos werden nicht nur immer smarter, sie kommunizieren auch immer mehr untereinander. Der Datenaustausch soll die Sicherheit auf der Straße gewährleisten. Doch wer gewährleistet die Datensicherheit? Und auf welche Weise kommunizieren smarte Autos miteinander?

Smarte Autos müssen per Funk Daten miteinander austauschen – und mit der Verkehrsinfrastruktur. Das nennt sich Car-2-Car- beziehungsweise Car-2-Infrastruktur-Kommunikation. Für diese Art von Datenübertragung gibt es mehrere technische Ansätze. Die beiden stärksten Konkurrenten sind der WLAN-Standard IEEE 802.11p und die Mobilfunklösung LTE-V2X.

Connected Car: WLAN oder Mobilfunk? 

Die LTE-V2X-Technik hat den Vorteil einer größeren Reichweite, setzt aber prinzipiell eine einwandfrei funktionierende Infrastruktur (also das Mobilfunknetz) voraus. Die WLAN-Lösung IEEE 802.11p bietet eine niedrigere Reichweite, erlaubt dafür jedoch die direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen – selbst dann, wenn die Infrastruktur ausfällt.

Realistischerweise wird sich wohl eine Kombinationslösung aus beiden Methoden durchsetzen – so auch die Empfehlung der Europäischen Kommission in ihrer Ende 2016 veröffentlichten „Europäischen Strategie für Kooperative Intelligente Verkehrssysteme“. Allerdings: „Es gibt einige technische und organisatorische Herausforderungen zu bewältigen, wenn beide Technologien fair und kooperativ im selben Frequenzband zusammenwirken sollen“, fordert Josef Jiru, Gruppenleiter Kommunikationstechnologien und -architekturen am Fraunhofer ESK in München.

Schutz der Privatsphäre

Vernetzte Fahrzeuge sammeln eine Vielzahl von Daten – vor allem natürlich Positionsangaben, aber auch Informationen über das Fahrverhalten. Interessant sind diese Daten für die Autohersteller, aber auch für andere Anbieter von Dienstleistungen, zum Beispiel für Anbieter touristischer Informationen, für Einzelhändler oder Versicherer, die von der Fahrweise abhängige Tarife erstellen. Solche personalisierten Dienstleistungen sind prinzipiell durchaus im Sinne der Fahrzeugbesitzer – solange sie selbst entscheiden können, wer auf welche Daten Zugriff hat.

„Oberstes Gebot einer modernen Datenpolitik muss der Schutz des Rechts auf Privatsphäre, des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung und die Wahlfreiheit des Verbrauchers bleiben“, erläutert Richard Goebelt, Leiter des Bereichs Mobilität beim Verband der Technischen Überwachungs-Vereine. 

Der Verband fordert daher einen Standard, bei dem in jedem Fahrzeug die Daten erst verschlüsselt und dann signiert versendet werden. Darüber hinaus sollten Autos im Auslieferungszustand standardmäßig in der höchsten Datenschutzstufe konfiguriert sein. Die deutsche Automobilindustrie hat sich zudem Anfang 2016 in ihrer „Gemeinsamen Erklärung” mit den Datenschutzbehörden dazu verpflichtet, dem Fahrzeugbenutzer die „Datenhoheit” zu überlassen – es ihm also beispielsweise zu ermöglichen, die Datenübertragung auszuschalten und die gespeicherten Daten zu löschen.

Umfrage zum Datenschutz in Bezug auf Connected Cars in Deutschland 2016

Beim „Connected Car“ werden viele Daten online vom Auto an den Hersteller, Werkstätten und Ihre eigenen Geräte gesendet. Wie stehen Sie zum Thema Datenschutz? Welcher dieser Aussagen stimmen Sie eher zu?

62 %

Ich versuche meine Daten so wenig wie möglich preiszugeben, auch wenn ich dann auf Funktionen verzichten muss.

38 %

Ich mache mir keine Sorgen um meine persönlichen Fahrzeug- und Fahrdaten.

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