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Fahrradwege

Mehr Platz für Radwege, weniger für Autos

Von Greenpeace e. V. · 2020

Wie sich der Radverkehr in Deutschland sicher und klimafreundlich ausgestalten lässt, hat Greenpeace für die 30 größten Städte untersucht. Das Ergebnis der Studie: Es ist ausreichend Platz für ein sicheres Netz an Radwegen vorhanden, wenn Pkw-Fahrstreifen an Hauptverkehrsstraßen umgewidmet werden.

Greenpeace-Aktive richten im September 2020 einen Radweg auf der Stuttgarter Konrad-Adenauer-Allee ein. Foto: Andreas Varnhorn/Greenpeace

Was Radfahrenden aus diesem außergewöhnlichen Corona-Frühjahr mit seinen leeren Straßen besonders in Erinnerung bleiben wird: wie befreiend und sicher es ist, auf einem breiten Stück glatten Asphalts mit ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern zu radeln. Mit zunehmendem Pkw-Verkehr kehrte bald die Verbannung auf die Radwege zurück: schmale, oft holprige Fahrstreifen, denen eine bauliche Abtrennung zur Straße fast immer fehlt. Während der Fahrrad-Handel boomt und sich immer mehr Menschen in den Sattel schwingen, fehlt es an sicherem Raum für Radfahrende. Dabei ist eigentlich genug Platz in den Städten vorhanden – wir müssen ihn nur anders verteilen. Dies zeigt eine Greenpeace-Studie (Studie unter: https://act.gp/32vC1jK), die eine mögliche Umverteilung von städtischem Raum in 30 deutschen Ballungsgebieten untersucht.

2.750 Kilometer Radwege möglich

Der Analyse liegen Angaben des Berliner Mobilitäts-Gesetzes zugrunde, das seit zwei Jahren einen Ausbau von Radverkehr und ÖPNV sowie eine Umverteilung des öffentlichen Raums zugunsten von Radfahrern, Zufußgehenden, Bus und Bahn vorsieht. Die geschützten Fahrradstreifen („Protected Bike Lanes“), sind zumeist farblich markiert und durch Poller baulich von Autospuren abgegrenzt. Entstehen könnten sie laut der Greenpeace-Studie entlang mehrspuriger Straßen durch Umwidmung von Fahrstreifen. Ungeachtet der nötigen Einzelfallprüfung könnten so bis zu 2.750 Kilometer geschützter Radwege entstehen.

Straßenraum gerechter verteilen

„Der Straßenraum wurde über Jahrzehnte extrem ungerecht verteilt“, sagt Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann. „Die Folge sind mit Autos vollgestopfte Städte und Radfahrende, die jeden Tag um ihr Leben fürchten müssen. Damit sich Menschen sicher mit dem Rad und zu Fuß bewegen können, müssen klimafreundliche Verkehrsformen auf Kosten des Autos mehr Platz bekommen. Die Bundesregierung muss den Städten dabei rechtlich und finanziell einen größeren Spielraum verschaffen.“ 

Radverkehr: klimafreundlich und günstig

Wie enorm der Flächenverbrauch des Autos ist, macht die Studie mit einem einfachen Vergleich deutlich: Die Parkplätze aller in den 30 Städten zugelassenen Autos addieren sich auf rund 85 Millionen Quadratmeter – die genannten 2.750 Kilometer sichere Radwege würden kaum ein Sechstel dieser Parkfläche benötigen. Für klamme Kommunen sind geschützte Radwege eine kostengünstige Art, Verkehr sicherer, sauberer und klimafreundlicher zu gestalten. Ein Kilometer geschützter Radweg kostet laut Studie rund eine Million Euro. Auch wenn man nicht die Berliner Stadtautobahn (ein Kilometer kostet 190 Millionen Euro) danebenlegt, gibt es kaum günstigere Wege, um die Mobilitätswende voranzubringen.

Kontakt

Greenpeace e. V.
Hongkongstraße 10
20457 Hamburg
E-Mail: mail@greenpeace.de
Web: www.greenpeace.de/verkehrswende

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