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Interview

„Neuer Stahl für neue Motoren“

Von ArcelorMittal · 2017

David Cottens, ArcelorMittal Global Research and Development

David Cottens ist Manager für Advanced Engineering Europe bei ArcelorMittal. Der Trend zur Elektromobilität stellt den Stahlkonzern derzeit vor neue Herausforderungen. Die Autohersteller optimieren den elektrischen Antrieb für neue Produkte und suchen dabei auch nach effizienteren Materialien.

Sie führen ein Team von Ingenieuren, das engen Kontakt zu den Entwicklungsabteilungen der Autohersteller hält. Welche Themen werden derzeit an Sie herangetragen?

Sehr spannend ist im Moment die Optimierung der Elektromotoren. Die Autoproduzenten erwarten von uns als Stahlhersteller ein Material, mit dem die Antriebe noch effizienter werden. Es geht nicht nur um Leichtbau und Festigkeit, sondern auch um die Optimierung von magnetischen Eigenschaften: Verluste und Induktion.

Und was können Sie der Autoindustrie bieten?

Wir bieten neuen Stahl für neue Motoren. Dazu haben wir unter dem Namen iCARe® drei neue Produktkategorien entwickelt. Die wichtigsten nennen wir Save und Torque. Bei Save ist es das Ziel, durch niedrige magnetische Verluste die energetische Effizienz zu maximieren. Torque ist für Elektromotoren entwickelt worden, die ein hohes Drehmoment benötigen. Das Material ermöglicht eine höhere mechanische Leistung in kleinem Raum zum Beispiel für Hybrid-Fahrzeuge. Das Produkt iCARe® Speed dagegen ist gezielt auf sehr hohe Drehzahlen ausgerichtet.

Ist die Optimierung der Elektromotoren für Sie ein ganz neues Thema?

Wir haben vor etwas mehr als fünf Jahren angefangen, diese Produktfamilie zu entwickeln. Durch die hohen CO2-Einsparungsziele erhielt das Thema in der Autoindustrie einen immer höheren Stellenwert. Den Herstellern ist klar: Nur mit Leichtbau werden die Ziele nicht zu erreichen sein. Sie wollen jetzt starke Partner, um den Stahl für die Elektroantriebe zu optimieren. Wir haben die iCARe®-Produkte 2012 auf dem Markt gebracht – aber wir entwickeln sie immer noch weiter. So gelingen uns immer noch Qualitätsverbesserungen und Verlustminimierungen. 

Kommen nicht auch andere Materialien infrage?

Bei der Karosserie stehen wir im Wettbewerb mit anderen Werkstoffen. Bei den Antrieben gibt es keine sinnvolle Alternative. Alle anderen denkbaren Lösungen wären zurzeit viel zu teuer. 

Wie schnell rechnen Sie damit, dass die Elektromobilität in höhere Stückzahlen hineinwächst?

In zwei bis drei Jahren wird der Markt anspringen. Im Moment sind die Mengen noch überschaubar. Wir liefern derzeit in den neuen Produktlinien etwa 5.000 Tonnen pro Jahr. Wir könnten aber auch recht kurzfristig die Kapazität für die neuen Produkte auf 120.000 Tonnen erhöhen. Zum Vergleich: Insgesamt setzen wir in Europa 25 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr ab.

Kontakt

ArcelorMittal
Augustenstraße 7
70178 Stuttgart
E-Mail: Contact.automotive@arcelormittal.com
Web: automotive.arcelormittal.com

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