Bio-Kraftstoffe

Pack den Strohhalm in den Tank

Von Jens Bartels · 2017

Biokraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol haben im bundesdeutschen Verkehrsmix eine wichtige Funktion: Sie sind die einzige in größerem Umfang eingesetzte Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Zugleich halten viele Experten diese Treibstoffe als Bausteine erneuerbarer Mobilität auch in Zukunft für unverzichtbar.

Immer mehr Autos produzieren immer mehr Abgase. Knapp ein Viertel des globalen CO2-Ausstoßes gehen auf den Mobilitätssektor zurück. Der Weltklimarat rechnet hier mit einer Verdopplung der Emissionen bis zum Jahr 2050. Damit die Grenze einer maximalen Klimaerwärmung um zwei Grad Celsius eingehalten werden kann, muss neben der Energieerzeugung der Blick stärker auf den Verkehrssektor gerichtet werden.

Hohe CO2-Einsparungen

Biokraftstoffe können zur Lösung des Problems beitragen. Sie sind schadstoffarm und nahezu CO2-neutral. Der Grund: Bei der Verbrennung dieses nachwachsenden Rohstoffes wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanze während des Wachstums der Atmosphäre durch Photosynthese entzogen hat. Zudem stellen Biokraftstoffe der zweiten Generation keine unmittelbare Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar, denn sie werden nicht aus essbaren Pflanzenteilen hergestellt. Der Kraftstoff wird mittels chemietechnischer Verfahren aus Pflanzenresten wie Stroh, Holzschnipseln und Gräsern gewonnen. Mit der Qualität dieser Produkte gibt es dennoch keine Probleme: Modernste Biokraftstoffe aus Zellulose-Ethanol bieten mittlerweile eine deutlich höhere Oktanzahl von über 100. Dieser Qualitätsvorteil des Kraftstoffs kann zur Verbesserung des Motorwirkungsgrades und damit zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs genutzt werden. 

Potenziale nutzen

Biokraftstoffe sind somit eine Chance für die Energiewende im Verkehrssektor. „Trotz der Energieverschwendung durch Spritschlucker könnte die EU allein mit nachhaltig produzierten Biokraftstoffen ihr für 2020 gestecktes Ziel erreichen, nämlich zehn Prozent ihres Energiebedarfs im Verkehrssektor aus erneuerbaren Quellen zu decken“, sagt Philip Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Derzeit wird nur etwa die Hälfte dieses Werts erreicht. Vohrer ergänzt: „Bei allem noch vorhandenen Potenzial ist jedoch klar, dass die Flächenverfügbarkeit für Bioenergie letztlich begrenzt ist.“

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