Alternative Energiequellen

Zukunft unter Strom

Von Otmar Rheinhold · 2018

Mann lädt Elektrofahrzeug auf. Thema: Alternative Energiequellen für das Auto
Elektrofahrzeug beim Laden

Wie kommt die Energie auf die Straße? Und vor allem: Woher kommt die Energie – und was hinterlässt sie in der Umwelt? Nicht erst seit „Dieselgate“ und drohenden Fahrverboten treibt uns die Frage um, wie wir uns fortbewegen und dabei möglichst wenig Schaden anrichten.

Wir schreiben das Jahr 2018, und in Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt über 56 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Die erschlagende Mehrheit wird von Benzin- und Dieselaggregaten angetrieben. Knapp über 53.000 fahren mit Strom, 77.000 zugelassene Fahrzeuge nutzen Erdgas, rund 448.000 verbrennen Flüssiggas. Die Diskussion über zukunfts­trächtige Antriebe wird jedoch vom Zauberwort der emissionsfreien E-Mobilität bestimmt. 

Aber: E-Mobilität ist nicht gleich E-Mobilität. Die meisten dürften hier an klassische batteriebetriebene Fahrzeuge denken. Hocheffiziente Lithium-Ionen-Akkumulatoren bescheren uns mittlerweile Reichweiten von rund 300 Kilometern, bis die nächste Ladephase fällig ist. Genug, um sich in der Großstadt zu bewegen, wo das öffentliche Ladenetz relativ dicht – oder die heimische Steckdose nicht allzu weit entfernt ist. 

Alternative Energiequellen: Zweimal Strom im Auto

Dauerbrenner ist aber auch seit Jahrzehnten die Brennstoffzelle. Sie setzt Wasserstoff in elektrische Energie um, die – zwischengespeichert in einem Akkumulator – einen Elektromotor in die Lage versetzt, Fahrzeuge über größere Strecken zu bewegen. Vorteil: Wasserstoff ist schnell getankt. Nachteil: Es gibt herzlich wenig Wasserstofftankstellen. Zudem gilt: Um Wasserstoff zu erzeugen, braucht es Strom. Und wenn der nicht aus erneuerbaren Quellen stammt, sieht die Umweltbilanz schnell sehr schlecht aus. Ob und wann die Welt mit Wasserstoff fährt, hängt also auch von der Zukunft der Energieversorung ab – und Szenarien gibt es so viele wie Experten.

Der Brennstoffzelle sagen jene Experten aber einmütig Einsatzmöglichkeiten im Fernverkehr oder im öffentlichen Nahverkehr voraus. In größeren Fahrzeugen ist schlicht mehr Platz für die erforderlichen größeren Tanks, das ist einer der Gründe. Auch der Hybridgedanke kommt so zu neuen Ehren: Für kürzere Strecken ist der Akku zuständig. Wenn es eine größere Reise sein soll, übernimmt der Wasserstofftank. Ein großer deutscher Hersteller bringt in diesem Jahr ein SUV mit derartiger Hybridtechnik auf den Markt.

Kraftstoff aus der Luft

Was aber tun, bis Deutschland flächendeckend von Stromtankstellen und Wasserstoffstationen überzogen ist? Wäre es nicht sinnvoll, die Infrastruktur der rund 14.000 „klassischen“ Tankstellen zu nutzen, und dort umweltfreundlichere Brennstoffe anzubieten? 

Bio-Kraftstoffe haben hierzulande einen schlechten Ruf. Zudem stehen sie im Verdacht, Menschen in ärmeren Regionen der Erde die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Moderne Techniken könnten Abhilfe schaffen. Unter dem Schlagwort „Biomass to Liquid“ ist es möglich, aus nicht essbarer Biomasse wie zum Beispiel Holzhackschnitzeln flüssigen Kraftstoff zu produzieren. Und quasi aus Luft entsteht Brennstoff, wenn sich Wasserstoff mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu einem Synthesegas vereint, das verflüssigt als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren dient.

Diese Prozesse brauchen Strom: Strom, der aus Erneuerbaren Energien stammen müsste, um die Mobilität der Zukunft umweltschonend zu ermöglichen. Was zeigt: So oder so, am Strom hängt letztendlich alles.

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