Vehicle-to-Grid

Wenn das Auto zum Stromspender wird

Von Jens Bartels · 2019

In Zukunft werden Energie und Mobilität eine neue Beziehung eingehen. So lässt sich das intelligente Stromnetz unter anderem durch Elektrofahrzeuge erweitern. Die Batterie des Elektroautos dient dabei als dezentraler und temporärer Stromspeicher. Vehicle-to-Grid nennt sich die dahinterstehende Technologie.

Elektro-Auto an einer Ladestation angeschlossen, Thema: Vehicle-to-Grid
An eine Ladestation angeschlossen, dienen E-Autos als flexible Speicher für Ökostrom. Foto: iStock/nrqemi

Neue Wege für eine energieeffiziente Mobilität der Zukunft erfordern ein Zusammenspiel verschiedener Ansätze. Das gilt im Kleinen wie im Großen. So bieten beispielsweise Biokraftstoffe und Strom aus Erneuerbaren Energien schon heute Lösungen, die preiswert sind, ohne das Klima zu belasten. Auch eine gut ausgebaute Fahrradinfrastruktur und die Verknüpfung des Drahtesels mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln oder neue Trends im Sharing-Bereich nehmen für eine umweltverträgliche Mobilität einen immer größeren Stellenwert ein. Im Fokus der Energiewende im Verkehr stehen darüber hinaus hocheffiziente Antriebstechnologien.

Vehicle-to-Grid-Methode: E-Fahrzeug als Stromspeicher 

Gerade Elektrofahrzeuge sind der Start einer neuen Beziehung von Energie und Mobilität. Dafür spricht unter anderem eine aktuell in den Fokus kommende Technologie mit dem Namen Vehicle-to-Grid (V2G). Dank dieser Methode könnten E-Autos bald als Stromspeicher für ganze Städte dienen. Die Idee dahinter: Auf der einen Seite besteht das zunehmend intelligente Stromnetz künftig aus vielen kleinen Energielieferanten. Dazu gehören Hausbesitzer mit Solarzellen auf dem Dach, Landwirte mit einer Biogasanlage oder kleine, private Windkraftanlagen. Auf der anderen Seite erfordert der Ausbau der Erneuerbaren Energien ein smartes Netzmanagement über eine Vielzahl von flexiblen Speichern. Diese Rolle könnten Elektroautos übernehmen, denn die Batterie der Fahrzeuge könnte als temporärer Zwischenspeicher dienen.

Mit Technik Geld verdienen

Dabei wird aus der Ladeeinrichtung eine Zwei-Wege-Verbindung: Sobald der Stromverbrauch sinkt, werden Überkapazitäten in die Autos geleitet und die Batterie dort aufgeladen. Zu Spitzenverbrauchszeiten geben nicht genutzte Fahrzeugbatterien wieder Strom ab. Voraussetzung für eine flächendeckende Implementierung der Technologie sind Stellflächen, auf denen Fahrzeuge für mehrere Stunden mit dem Stromnetz verbunden werden können sowie eine smarte Steuerung, die Laden und Entladen regelt und abrechnet. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern, sind zudem attraktive Vergütungs- und Anreizmodelle für die Nutzer denkbar, die ihren Strom aus der Batterie ins Netz speisen. Allerdings unterstützen momentan viele aktuelle Autos und Ladestationen V2G noch nicht. Zugleich müssten Besitzer eines Elektroautos die Kontrolle über den Ladevorgang abgeben.

 

Wenn der Wind entscheidet…

Lässt ein kräftiger Wind die Rotorblätter der Windräder wirbeln, entsteht viel Grünstrom. Damit es jetzt aber nicht zu Lastspitzen im Netz kommt, muss der auch direkt wieder abgenommen werden. Eine Möglichkeit ist die Speicherung der ökologischen Energie in dezentralen Speichern, auch in Elektroautos. Eine andere wäre, Verbraucher zu animieren, genau jetzt ihre stromintensiven Geräte einzuschalten. Möglich wird das zum Beispiel durch eine flexible Tarifgestaltung – und durch Smart Meter. Die regulieren Angebot und Nachfrage – und lassen, so der Verbraucher denn zugestimmt hat, die Waschmaschine genau dann anspringen, wenn viel grüner Strom im Netz ist. Und das zu einem deutlich günstigeren Strompreis.

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